Hueblog: Das Hue Wandschalter Modul ist kein einfacher ZigBee-Aktor und auch kein Shelly

Das Hue Wandschalter Modul ist kein einfacher ZigBee-Aktor und auch kein Shelly

Smarte Lichtschalter mit Verwechselungsgefahr

Schon in ein paar Wochen dürfte das Philips Hue Wandschalter Modul auf den Markt kommen, offiziell will Signify das neue Zubehör im Frühjahr auf den Markt bringen – ich gehe von einem Start im März aus. Immer wieder lese ich in sozialen Netzwerken und Kommentaren, dass das Wandschalter Modul von Philips Hue zu teuer sei und man stattdessen lieber zu günstigen Alternativen greifen könnte. Hier gibt es definitiv Verwechselungsgefahr.

Grund genug, einmal einen genaueren Blick auf drei verschiedene Module zu werfen und die Unterschiede zu erklären.


Das Philips Hue Wandschalter Modul

Das neue Philips Hue Wandschalter Modul wird nicht mit dem Stromnetz verbunden, sondern lediglich mit einem Lichtschalter oder Taster. Dieser wird damit in einen smarten Schalter verwandelt, der smarte Lampen steuern kann, die mit der Hue Bridge gekoppelt sind. Die Installation sieht vor, die zuvor mit dem Lichtschalter verbundene Deckenleuchte dauerhaft mit Strom zu versorgen. Kurz gesagt: Das Philips Hue Wandschalter Modul macht einen klassischen Lichtschalter smart, um smarte Lampen zu steuern.

Die bereits bekannten ZigBee-Aktoren

Bereits seit etlichen Jahren gibt es ZigBee-Aktoren, die auf den ersten Blick recht ähnlich aussehen. Ganz egal ob iCasa, Müller-Licht Tint oder Iluminize, die Unterputz-Module stammen alle von Sunricher und haben im Vergleich zum Hue-Modul eine komplett andere Funktionsweise. Zwar werden die Module auch mit dem Lichtschalter verbunden, allerdings auch mit dem Stromkreis der bestehenden Deckenbeleuchtung. Kurz gesagt: Die ZigBee-Aktoren machen einen klassischen Lichtschalter smart, um die Stromzufuhr einer klassischen Deckenleuchte zu steuern. In der Hue-App taucht das Unterputzmodul als Steckdose auf, die ein- und ausgeschaltet werden kann.

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Der Shelly als günstige Alternative

Immer wieder wurde auch der Shelly als Alternative zum Philips Hue Wandschalter Modul genannt. Hier vergleicht man aber Äpfel mit Birnen. Genau wie ein ZigBee-Aktor wird auch der Shelly fest mit dem Stromkreis einer klassischen Deckenbeleuchtung sowie dem dazugehörigen Schalter verbunden. Als Funkstandard wird allerdings nicht ZigBee verwendet, sondern WLAN – eine direkte Verbindung mit der Hue Bridge ist daher nicht möglich. Zudem ist ein Shelly keine Plug-and-Play-Lösung – es gibt zwar viele Möglichkeiten, diese muss man sich allerdings erst erarbeiten. Beispielsweise mit einem Firmware-Update, mit dem man einen Shelly in einen HomeKit-Schalter verwenden kann.

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Drei gänzlich verschiedene Lösungen

Direkt miteinander vergleichen kann man Hue Wandschalter Modul, ZigBee-Aktor und Shelly definitiv nicht. Sie alle funktionieren gänzlich anders. Aber das ist ja gar nicht so schlecht, denn so kann sich am Ende jeder von uns genau das Modul herauspicken, das er benötigt.


In den letzten Jahren habe ich mich zu einem echten Experten in Sachen Hue & HomeKit entwickelt. Mittlerweile habe ich über 50 Lampen und zahlreiche Schalter im Einsatz. In meinem kleinen Blog teile ich meine Erfahrungen gerne mit euch.

Kommentare 35 Antworten

  1. Mir ist noch nicht ganz klar, wozu ich das Hue Wandschalter Modul benötige. Smarte Lampen kann ich auch ohne Schalter schalten. Interessanter wäre ein Modul, das nicht smarte Lampen smart machen würde.

    1. Ich möchte smarte Lampen auch über einen klassischen Lichtschalter schalten können. Und meine Frau erst recht.

      Das, was du willst, kannst du mit einem ZigBee-Aktor machen.

  2. Vierte Variante:
    Shelly i3, der wäre am ehesten vergleichbar… keine Relais verbaut, nur 3 Eingänge, muss jedoch ans Stromnetz angeschlossen werden (Vorteil: es müssen keine Batterien gewechselt werden)

  3. Ich finde den Weg, den Philips hier geht, super. Denn bei mir daheim gibt es hinterm Lichtschalter keinen Neutralleiter. Daher kann ich Shellys oder Zigbee-Aktoren hier nicht einsetzen.

  4. @Fabian: Wenn du so ein Hue-Teil in die Finger bekommst, kannst du bitte testen, ob es ZigBee Direct Device Binding unterstützt?

    Das wäre dann tatsächlich ein Argument, das Hue Modul, statt eines Shelly i3 zu nehmen. Ansonsten ist der Shelly i3 die bessere Wahl, wenn sowie immer noch eine Bridge benötigt wird und der Tastendruck einmal per Software verarbeitet werden muss.

    1. Nein, es geht immer über die Bridge, so wie ich es verstanden habe.

      Warum soll der Shelly i3 die bessere Wahl sein? Er bietet sicherlich mehr Funktionen, aber die muss man aber eben auch mal konfigurieren. Das kann nicht jeder bzw. hat da nicht jeder Lust, sich damit zu befassen. Statt der Hue-Lösung, die out of the box funktioniert. Bezogen auf eine Hue-Installation natürlich.

      Zudem wird bei einem Shelly ja auch eine Bridge benötigt, in Form eines WLAN-Routers. Und der kann eben auch mal ausfallen. Tut er bei mir zuhause zwar sehr selten, aber häufiger als die Hue Bridge.

    2. Also sowohl der Hue Dimmer Switch als auch der Smart Button unterstützen ja Direct Device Binding, daher würde ich das beim Taster-Modul jetzt nicht im Vorfeld ausschließen. Wäre halt nur gut zu wissen, sobald das Teil verfügbar ist, weil es dann nämlich tatsächlich interessant wäre.

      Und der i3 ist meiner Meinung nach deswegen die bessere Wahl, weil er keine potentialfreien Eingänge benötigt. Damit lässt er sich logischerweise viel einfacher in bestehende Wechselschaltungen integrieren, weil man nur einen Schalter statt alle Schalter ausbauen muss. Und man muss keine Batterie wechseln 😉

    1. ACHTUNG!
      Das klappt aber nur, wenn auch die Leuchte/Lampe dimmbar ist!
      (Es gibt ja einen Grund, warum die Plugs von Hue, innr, Osram etc. nicht dimmen können!)

      Außerdem können einige Dimm-Aktoren keine farbigen LED-Lampen oder -Leuchten dimmen.

  5. Hallo,
    ich steh leider noch etwas auf der Leitung. Bin gerade bei der Strom und Lichtplanung eines Neubaues.
    Möchte normale Schalter an der Wand um bsp. Hue Lampen zu steuern.
    Welche Möglichkeit ist da die beste? Auch in Kombination mit klassischen Schaltern und Steckdosenkombinationen? Lese immer nur von Nachrüsten der mobilen Schalter, aber nicht was man nimmt, wenn noch nichts vorhanden ist. Sollt man dann überhaupt noch Stemmarbeiten und Leitungen durchführen?

    Vielen Dank
    LG Nora

    1. Wenn du neu baust, ist das Leitungen legen zu den Schaltern jetzt nicht das große Thema.

      Ich würde das auf jeden Fall machen, ein eventueller Käufer wird sich später bedanken wenn er nachträglich alles umbauen muss.

      Eine absolute Empfehlung gibt es allerdings nicht. Hue ist eine Lösung zum Nachrüsten, daran gibt es nichts zu rütteln. Das Modul macht natürlich einiges einfacher.

    2. Danke für die Antwort. Leitungen legen ansich nicht. Habe nur oft gelesen, dass „normale“ Schalter dann alle Einstellungen zurück setzen, deshalb die Frage welche Schalter dann am besten wären, die Smart sind aber ohne Bus System.

      Vielen Dank
      LG Nora

    3. Ich würde dann die klassischen Lichtschalter ausbauen und Friends of Hue Schalter über die leere Dose setzen. Oder eben das Wandschalter Modul hinter den klassischen Lichtschalter setzen.

      Ich würde aber immer eine Möglichkeit bestehen lassen, auf klassische Lichtschalter Zurückzubauen.

    4. Nimm die ZigBee-Light-Link-Schalter von Busch-Jaeger. Damit bekommst du das Besten aus beiden Welten (verkabelte Lampen, steuerbar über die Hue Bridge). Damit bist du auch nicht auf die teuren Hue Leuchtmittel angewiesen, sondern kannst dumme Lampen schalten und ggf. Dimmen, wenn du das möchtest. Und wenn du in einem Raum nur Hue-Lampen hast, kannst du die natürlich auch damit steuern (über den Netzteil-Einsatz).

      Die Friends-Of-Hue-Schalter sind für einen Neubau meiner Meinung nach nicht geeignet. Vielleicht zum Nachrüsten, aber von Vornherein würde ich damit nicht anfangen.

    5. Hallo Nora,

      beim Neubau sollte man zu jedem Lichtschalter ein Netzwerkkabel legen lassen. Das kostet nur einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag pro Kabel, aber lässt dir später alle Möglichkeiten, selbst wenn du jetzt erstmal klassisch verkabelst. Und lass dir statt einem 3 Policen Kabel pro Zimmer ein 5 poliges verlegen. Damit kannst du dann problemlos jederzeit 2 der Steckdosen im Raum aus dem Schaltschrank über ein Relais ein/aus knipsen. Da sind die Nachrüstlösungen per Funk nämlich oft nicht bis 10A oder höher belastbar. Ich habe vor 8 Jahren unseren Neubau geplant und erst in letzter Minute noch die Verkabelung fürs Wohnzimmer entsprechend umplanen lassen.
      Schau dir Mal Loxone als Zentrale für den Schaltschrank an. Per HTTP kann man dann auch die Hue-Bridge ansprechen und bei Tasterdruck die entsprechende Szene auslösen. Die Loxone Lösung läuft bei mir seit Einzug stabil. Mit Zwave hatte ich nur Probleme. Mit Hue lief es lange gut, aber in letzter Zeit kommt die Bridge an ihre Grenzen, vermutlich wegen zu vieler Regeln für ndoe ganzen Bewegungsmelder und Taster. Also Taster lieber über die Netzwerkkabel zentral zusammenführen und dort mit Loxone oder Controllino oder ähnlichem die Signale in HTTP Befehle für die Hue Bridge umsetzen. Bewegungsmelder und Lichter über Hue/Zigbee.

    6. Ich werfe mal noch die Zigfred Schalter ein. Ab Mai/Juni erhältlich. Damit kannst du beide Welten schalten.

    7. Hallo Nora,

      bei Neubau kann ich nur wärmstens anraten, alle Leitungen mindestens 5 adrig auszuführen zu lassen und obendrein die Deckenauslässe separat vom SIcherungskasten zu führen. Damit stehen alle wege offen: Deckenauslässe separat abgesichert hat meherer Voteile:
      fliegt mal die Sicherung ist nich gleich dunkel
      Möglichkeit dauer zu bestromen (z.B. diese Lösung)
      Smarte Aktoren/Dimmer auf der Hutschiene, betätigt mit wahlweise smarten oder konventionellen Tastern (möglich durch konsequente 5 adrige Verkabelung)
      etc.
      Zukunftssicher für späteres Um-/Aufrüsten oder Rückbau auf konventionelle Technik

      Das kostet im Endeffekt minimal mehr als eine „Schweineinstallation“ und du hast für immer Ruhe. Ob man soweit gehen sollte zentral Netzwerk oder KNX Kabel zu verlegen ist eine andere Sache.

  6. Eigentlich ist es am ehesten vergleichbar mit der Smart Button Lösung die einige von uns im Einsatz haben. Ich sehe das eher als vernünftige Alternative für die Bastellösung.
    Wohl mit den kleinen Abstrichen die Fabian schon in einem anderen Bericht erwähnt hat.
    (z.B. 3 statt 5 Szenen)

    1. Ja, durchaus. Ich denke mal, dass man mit Apps wie iConnectHue solche Abstriche nicht haben wird. Was man auch bedenken sollte: Der Smart Button ist recht Ressourcen-hungrig. Bei 2-3 sicherlich kein Problem, aber bei großen Installationen sollte man gut planen.

  7. Ich hab mir einfach einen Tradfri On/Off Smart Button geholt und zwei Kabel dran gelötet.

    Ist im Grunde das selbe. Koste allerdings nur 6€ + minimaler Aufwand fürs löten.

    Den kann man sogar für einen Doppeltaster nutzen. On für Taster 1 und Off für Taster 2. Dann müsste man die Schaltung nur auf TOGGLE setzen.
    Dimmen geht ebenfalls.

  8. Fabian du hättest die FoH Taster und LED Trading Taster besser noch in den Vergleich aufnehmen sollen. Damit klar wird, das sind reine Sensoren/Taster und das da sind innerer Linie Aktoren mit der Möglichkeit auch direkt am Aktor zu schalten.

    M.E. gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen dem LED Trading Taster mit Batteriebetrieb und dem Hue Wandschalter.

    1. Vom Feeling her ist das schon etwas anderes, meiner Meinung nach – also ein echter Lichtschalter im Vergleich zum Sunricher Modul. Das bietet dafür halt deutlich mehr Funktionen.

  9. Der Abriss über die ZigBee-Aktoreni ist so nicht ganz richtig bzw. unvollständig. Sie KÖNNEN mit einem normalen Lichtschalter verbunden werden, müssen aber nicht. Daraus folgt, dass man die ZigBee-Aktoren je nach vorhandenem Platz auch in die Leuchte oder eine andere Stelle im Stromkreis der Leuchte verbauen kann (z. B. in eine Abzweigdose).

    1. Hab ich bei mir auch getrennt. Ein Zigbee Aktor in der UP Dose für die Deckenleuchte, ein zweiter im Gehäuse einer anderen Leuchte. Getrennt davon ein FoH der dann komplette Szenen steuern kann. Ein Taster am Zigbee Aktor verkabelt könnte nur den einen Aktor dimmen.

  10. Was mir hier ja immer so ein bisschen fehlt ist der Hinweis darauf, dass im Grunde genommen niemand, der nicht auch Elektriker ist, irgendwas an irgendwelchen Elementen der Stromversorgung rumzufummeln hat. Eigentlich darf man noch nicht einmal eine Lampe selbst anschließen. Hier liest sich das aber immer so als sei das alles kein Problem – einfach ein paar Drähte verbinden und schon läufts. Kein Hinweis auf die 5 einzuhaltenden Sicherheitsregeln oder ähnliches.
    Ist echt nicht böse gemeint aber es gibt auch Leute die beschäftigen sich zwar mit Smart Home haben aber von Strom keinen Plan. Dann wirds auch schnell gefährlich….

    1. Das ist hier auch keine Anleitung oder ein Aufruf. Hier wird über Produkte informiert. Jeder, der so etwas einbauen will, hat die Verantwortung die Anleitung zu lesen, in der steht, dass man das ohne Fachkenntnisse nicht alleine durchführen darf.

    2. Ich weise da regelmäßig drauf hin, wenn es aus fachlicher Sicht geboten ist, und das ar schon ein paar Mal der Fall.

      Eigentlich ist es sogar noch viel „schlimmer“ auch wenn es immer wieder niemand wahrhaben will: Selbst „Fachwissen“ oder Elekrtrokerausbildung befugt keineswegs, auch nur irgendwas an der Festinstallation zu machen. Laut NAV §13 (und um mit Rooster Cogburn zusprechen: „das ist Gesetz!“) darf das nämlich ausschließlich bei der IHK registrierter Meisterbetrieb. Sobald nämlich irgendwann auch die Sicherung wieder umgelegt weden soll erfolgt ein direkter Anschluss an das Netz des lokalen Versorgers und damit gilt obiger Paragraph verpflichtend.

      Egal und zum Thema: hier ist der Hinweis aber überhaupt nicht gegeben, es ist ja kein Einfgriff in die Elektrik notwendig und funktioniert sobald die Lampe an ist, ob das nun Dauerstrom ist oder der herkömliche Schalter fest auf an,es sich um ein smartes Leuchtmittel in einer Tischlampe handelt, oder, oder, oder. Signify legt die Wago 2273-203 selbstverständlich nur bei, weil sie irgendwo einen Sack rumliegen hatten und vor Allem weil sie so schön niederländisch orange ist.

      Der Taster selber hat aber keinerlei Verbindung zum Netz sondern ist batteriebetrieben. Im Endeffekt ein „halber“ FoH für externe Taster/Schalter

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