Hueblog: Erste Erfahrungen mit der Nexentro Tasterschnittstelle von Insta

Erste Erfahrungen mit der Nexentro Tasterschnittstelle von Insta

Aktuell leider noch keine Empfehlung

Im November habe ich euch ein auf den ersten Blick extrem spannendes Produkt vorstellen dürfen, das jetzt auch im Handel erhältlich ist. Mittlerweile habe ich das Modul, das die Steuerung von Hue-Leuchtmitteln per Lichtschalter ermöglichen soll, selbst ausprobieren können und möchte euch mit meinen ersten Eindrücken versorgen.

Zunächst war ich ehrlicherweise geschockt vom Preis. Als unverbindliche Preisempfehlung hat der Hersteller Insta für die Nexentro Tasterschnittstelle mehr als 100 Euro aufgerufen. Immerhin ist der Preis im Handel bereits etwas gesunken, auf Automatikshop.de kostet das Modul 69,95 Euro plus Versandkosten.


Bei einer funktionierenden Lösung wäre das vielleicht noch angemessen und auf dem Niveau der Friends of Hue Schalter. Allerdings muss man zum jetzigen Zeitpunkt ganz klar sagen, dass es Software-seitig für Insta noch einiges zu tun gibt.

Software muss noch deutlich verbessert werden

Wie ich direkt vom Hersteller erfahren habe, will man gegen Ende Januar die größten Probleme beheben. Besonders ärgerlich ist beispielsweise, dass die Nexentro Tasterschnittstelle wieder aus dem ZigBee-Netzwerk der Hue Bridge geworfen wird, wenn man neue Geräte ganz regulär über die Hue-App hinzufügt. In diesem Fall muss man das Modul neu anlernen, damit es wieder funktioniert. Auch die Menüführung und einige Bedienelemente in der Nexentro-App sind noch verbesserungswürdig.

Zudem sind die Möglichkeiten der Tasterschnittstelle bei der Verwendung mit einem Schalter noch mehr als ausbaufähig. Aktuell kann man den Schalter über die App mit Lampen verknüpfen und diese mit einem bestimmten Weißton und Helligkeit einschalten oder den letzten Zustand wiederherstellen. Zudem kann man das Licht durch zweimaliges Schalten auf 50 Prozent dimmen und durch dreimaliges Schalten auf 100 Prozent stellen (siehe Handbuch).

Eine andere Variante würde mir viel besser gefallen. Bei der Verwendung mit einem Taster kann man die aktuelle Lichteinstellung als Szene speichern und diese über den Taster aktivieren. Warum geht das nicht auch im Schalter-Modus? Einmaliges Schalten könnte dann die Standard-Szene aktivieren und zweimaliges oder dreimaliges Schalten beispielsweise ausgewählte Szenen für bestimmte Stimmungen.

Sollte sich in dieser Hinsicht etwas tun, würde ich mich darüber sehr freuen. Natürlich wäre es noch einfacher, wenn es sich um einen Friends of Hue Schalter handeln würde, der über die Hue-App programmiert werden kann, aber das ist ja leider nicht der Fall.

Abgesehen von der Tatsache, dass die Software zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgereift genug ist, um die Nexentro Tasterschnittstelle in der Praxis zu nutzen, störe ich mich aktuell noch ein wenig am Preis. Die aktuell geforderten 75 Euro inklusive Versand, das ist schon eine Hausnummer – und sicherlich auch damit zu begründen, dass es sich um ein komplett in Deutschland entwickeltes Produkt handelt. Potential ist aber auf jeden Fall vorhanden, wir sollten diese Lösung daher nicht aus den Augen verlieren.


In den letzten Jahren habe ich mich zu einem echten Experten in Sachen Hue & HomeKit entwickelt. Mittlerweile habe ich über 50 Lampen und zahlreiche Schalter im Einsatz. In meinem kleinen Blog teile ich meine Erfahrungen gerne mit euch.

Kommentare 6 Antworten

  1. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man hier „normale“ Schaltet nutzen und benötigt keine Taster, wie es bei anderen Modulen der Fall ist, oder funktioniert das hier auch nur mit Taster?

    1. Es geht Tastern oder 1-2 Schaltern. Wobei die Funktionen sich noch stark unterscheiden und sich gerade bei Schaltern meiner Meinung nach noch etwas tun muss.

  2. Huh, dafür bekommt man bei Sunricher ja gleich 4x soviel Tastenspaß! (2 Einheiten mit je 4 Tasteingängen).

    Ich glaube nicht, dass sich bei dieser Preisgestaltung auf breiter Front ein Blumentopf gewinnen lässt – egal wie realistisch die Kalkulation mit eigener App etc auch sein mag. Die Schmerzgrenze des typischen Hue Users ist damit jedenfalls definitiv überschritten und man bewegt sich in einem Segment, in dem sich dann doch schon komplexere und als funktionierend bewährte Anlagensteuerungen wie z.B. Ubisys tummeln.

    1. Ja, das stimmt. Wobei die Geschichte mit Nexentro mit einer App, die wie von mir beschrieben zuverlässig mit einem einfachen Schalter funktioniert, auch interessant wäre.

      Beim Sunricher-Modul musst du ja auch noch einkalkulieren, dass du einen Vierfach-Taster benötigst und doppelt so viele Kabel in der Dose unterbekommen musst.

      Der Nexentro könnte mit seiner Einfachheit in Verbindung mit einem einfachen Schalter punkten. An/Aus und zwei weitere Szenen auf 2x und 3x Schalten. Wunderbar und für jeden zu bedienen, selbst für Nutzer die fremd im Haushalt sind. Genau das ist bei den vier Tasten und irrsinnig vielen Möglichkeiten bei Sunricher ja nicht der Fall.

      Aber um erfolgreich zu sein muss eben nicht nur die Software stimmen, sondern auch der Preis. Natürlich ist weniger immer besser. Ich würde 49 Euro als realistischen Preis im Handel ansehen. Davon sind wir aktuell noch zu weit entfernt.

      Insta ist eine Firma, die nicht unbedingt an den Endkunden verkauft. Das sieht man ja auch an der Auswahl der bislang verfügbaren Online-Händler. Und ein Elektriker wird die Teile (sind ja unter anderem auch für Jalousien geeignet) auch für 100 Euro einem Kunden in Rechnung stellen.

    2. Na ja, einen Doppelschalter bzw Taster oder 2 separate braucht man bei Insta ja auch. Der faktische Unterschied 2fach zu 4 fach liegt bei ca 2 Euro und Sunricher unterstützt laut Anleitung auch die Konfigurationn mit weniger Input Quellen. Ich muss zugeben, ich habe das (noch) nicht probiert, aber die Installation mit 2 Tastern in einem ehemaligen Oderverbund plus 2 zusätzlichen Tastern hat keinerlei Zusatzkosten verursacht aber einen ganz erheblichen Komfortgewinn ohen dass die Steuerung zu verwirrend geworden wäre. Mit zusätzlichen Apps, lässt sich das ja auch deutlich über die von Signify vorgegebenen Grenzen ausweiten.

      ENG wird es in einer typischen Hohlwand bzw. UP Dose (muss eh die tiefe Variante sein) tatsächlich (glaube aber nicht,d ass sich da das Insta Modul was schenkt.)
      Ich habe mittlerweile übrigens eine Lehre mit den optimalen Längen zur Verdrahtung des Sunricher Moduls angefertigt und mit den von mir präferierten, um die Krallenschraube und „Schniepel“ entschlackten Tastern von Berker klappt das ganz gut.

      Zum Punkt mit der Jalousiesteuierung bräuchte man statt dieses Moduls den 57008000 Aktor. Der hat sinnvollerweise neben Zigbee auch einen lokalen Tasteingang. Bei Zigbee stellt sich aber ein Problem: Da Hue aist als reines Lichtstuersystem konzipiert. Hier wäre interessant, ob und wenn ja wie sich das integrieren lässt. Wenn nein, bleibt Uibisys (nein, ich arbeite nicht für die und bekomme auch keine Provision) mit der dafür vorbereiteten Infrastruktur dann wohl doch die einzige Wahl, derartige Steuerungen zu „versmarten“. Insbesondere mit der Option für Hutschienenmntage im Schaltschrank – die Kabel für die Jalousieaktoren liegen mittlereile ja meist zentral dort auf (z.B. für KNX Systeme) und nicht im jeweiligen Zimmer in einer UP Dose.

      Insta positioniert sich für mich in einer sehr unkomfortablen Lücke zwischen 2 Stühlen: für den „Eigenintegrator“ zu teuer und komplex (da Elektroinstallation), für den Elektriker/Integrator nicht ausgereift und umfassend genug da auf vom Kunden gestellte Consumer Infrastruktur (Hue Leuchtmittel und Bridge) angewiesen.

      Näher sind sie damit definitiv am Consumer Modell, für eine B2B Lösung braucht es deutlich mehr – ich hoffe sie erkennen und schaffen das.

  3. Hi. Danke für den Test!

    Hast du Mal probiert, ob die angelernten Lichtszenen auch aufgerufen werden können, wenn die Bridge aus ist? Das sollte ja meiner Meinung nach der große Mehrwert ggü. den FOH Schaltern sein.

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