Hueblog: So kann der Hue Smart Button das System verlangsamen

So kann der Hue Smart Button das System verlangsamen

Besonders viele Regeln und Sensoren

Der Hue Smart Button ist ein praktischer kleiner Schalter für Philips Hue. Es gilt aber einige Details zu beachten.

Was ein kleiner unscheinbarer Schalter alles anrichten kann, habe ich euch bereits vor ein paar Tagen verdeutlichen können: Sobald der Smart Button mit einer Hue Bridge gekoppelt wird, kommt es bei einigen Drittanbieter-Produkten von Innr, beispielsweise dem beliebten Smart Plug SP 120 zu Ausfällen. Aber das ist noch längst nicht alles, wie beispielsweise der folgende Kommentar von Hueblog-Leser Peter zeigt:

„Ich habe keine Innr-Produkte im Einsatz, stelle aber fest, dass nach der Integration von sechs Hue Buttons das ganze Hue-System sehr instabil wird. Das äußert sich hauptsächlich dadurch, dass zwischen der Hue-App und der Hue-Basis oft keine Verbindung hergestellt werden kann.“

Ich habe mich daraufhin auf Spurensuche begeben und bin relativ schnell fündig geworden. Grund für die Probleme ist die Anzahl an Regeln, Sensoren und Zeitplänen, die der Hue Smart Button auf der Hue Bridge für sich in Anspruch nimmt. Und hier zeigt sich der kleine Knopf äußerst hungrig.

So unterscheiden sich Dimmschalter und Smart Button

Während beispielsweise ein Dimmschalter, der ja ganz ähnliche Funktionen bietet, nur 10 Regeln, 1 Sensor und 1 Zeitplan belegt, sind es beim Hue Smart Button stolze 18 Regeln, 5 Sensoren und 2 Zeitpläne. Bevor ich euch erkläre, welche Auswirkungen das hat, möchte ich euch zunächst einmal die technischen Hintergründe erklären.

Und das kann man relativ einfach an einem kleinen Vergleich: Während der Dimmschalter alle Funktionen auf vier einzelne Hardware-Knöpfe legt, gibt es beim Smart Button für genau die gleichen Funktionen (Einschalten, Szenenwechsel, Dimmen und Ausschalten) nur einen Knopf. Mit weniger Hardware wird daher die Software deutlich mehr beansprucht.

Zunächst einmal hat das gar keine spürbaren Auswirkungen, solange man ein überschaubar großes System nutzt. Vor einem Jahr wurde schließlich die Leistung der Hue Bridge gesteigert, die nun 250 statt zuvor 200 Regeln beherbergen kann. Jede dieser Regeln kann 8 Bedingungen und 8 Aktionen beinhalten, hier liegen die Limits wiederum bei 1.000 Bedingungen und 1.500 Regeln – so kann es vorkommen, dass Regeln bereits vor dem eigentlichen Limit von 250 ausgelastet sind.

Und nun ist es ein einfaches Rechenspiel: Bei Hueblog-Leser Peter sind durch die Installation von sechs Hue Smart Buttons mal eben 108 Regeln hinzugekommen, alleine das sorgt für rund 43 Prozent Auslastung. Hinzu kommen dann noch Regeln bestehender Zubehör-Produkte wie Hue Tap, Dimmschalter, Friends of Hue Schalter oder Bewegungssensoren. Wie hoch die Auslastung der Bridge ist, kann man mit Apps wie iConnectHue oder Bridge Inspector Hue herausfinden.

Am Ende führt uns die Geschichte zu einem Punkt, den ich in der Vergangenheit schon mehrfach angesprochen habe: Auch wenn Signify die Leistung der Hue Bridge vor einem Jahr etwas steigern konnte, kommen immer mehr Nutzer an die Limits des Systems. Aus meiner Sicht ist es daher umso wichtiger, dass entweder die Software weiter verbessert und Limits erhöht werden, oder man gleich eine verbesserte Bridge auf den Markt bringt, bei der sich auch Power-Nutzer keine Gedanken mehr machen müssen.

In den letzten Jahren habe ich mich zu einem echten Experten in Sachen Hue & HomeKit entwickelt. Mittlerweile habe ich über 50 Lampen und zahlreiche Schalter im Einsatz. In meinem kleinen Blog teile ich meine Erfahrungen gerne mit euch.

Kommentare 13 Antworten

    1. Unter Geräte die Bridge auswählen und dann in den Einstellungen, glaube unter „aufräumen“. Kann grad nicht genau nachschauen, da es von unterwegs nicht geht.

  1. @MarcoOZ: Danke für den Tip, da wär ich nicht drauf gekommen und Google wusste es auch nicht….
    @Fabian: Ich fand den Artikel interessant, bei mir jedenfalls für die Zukunft. Die höchste Auslastung haben bei mir die Regeln mit 50%, der Rest liegt zwischen 9 und 30%. Ich kann mir damit trotzdem das Debakel mit den innr Steckdosen nicht erklären. Diese haben ja täglich den Kontakt zur Bridge verloren und liefen dann wieder ca. 24 Stunden durch wenn ich sie einmal vom Stromnetz getrennt habe. Sie haben sich also sofort wieder angemeldet. Von Fremdprodukten für die Bridge bin ich seither geheilt (meine Erfahrungen waren damit nie so rund wie mit den Artikeln von Philips). Wenn Philips eine neue Bridge entwickeln sollte finde ich sollte auch das Update-Problem von Fremdprodukten geklärt werden. Mit unter Umständen nicht geschlossenen Sicherheitslücken in der Firmware von Fremdprodukten entsteht ja letztlich auch für Philips und den Verbraucher ein Sicherheitsproblem.

  2. Ja die geringe Leistung der Hue-Bridge(2 Stück ) führte dazu, dass ich nun Conbee II mit Phoscon(RPi2) benutze.
    Es ist wirklich sehr schade, daß sich Signify nicht zu einer deutlich leistungsfähigeren Bridge durchringen kann.

  3. Da fällt mir ein, dass Philips mal sagte, wenn die Kunden mehr Geräte oder Funktionen brauchen, lassen Sie sich selbst was einfallen…Hallo?!
    Das Limit der Lampen ja schon zu gering, ich habe Kunden die müssen 6 Bridges verbauen um überhaupt alles steuern zu können.
    Philips hat da leider alles komplett verpennt!

  4. Unser Haus ist drinnen wie draußen komplett auf Hue umgestellt, im nachhinein eine blöde Idee. Ich habe drei Basistationen im Betrieb, sonst passen die Sensoren und Schalter nicht mehr und habe immer und immer wieder Probleme, das einzelne Lampen oder Schalter nicht erreichbar sind. Ein System dahinter konnte ich nach über 5 Jahren Hue nicht entdecken. Würde ich die Probleme vorher gewusst haben, das mit zunehmender Nutzung derartige Probleme entstehen, wäre ich doch lieber beim herkömmlichen an und aus geblieben.

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