Hueblog: Technik ohne Hue: Ein Balkonkraftwerk auf Steroiden

Technik ohne Hue: Ein Balkonkraftwerk auf Steroiden

EcoFlow PowerStream mit Speicher vorgestellt

In meiner kleinen Serie „Technik ohne Hue“ kümmere ich mich um Geräte aus meinem Smart Home, die ich auch privat sehr gerne verwende und die nichts mit Licht zu tun haben. Heute möchte ich euch mein mittlerweile nicht mehr ganz so kleines Balkonkraftwerk vorstellen. Es ist rund um einen Ecoflow Powerstream Mikro-Wechselrichter aufgebaut und arbeitet mit Solar-Modulen mit einer Leistung von jeweils 420 Watt.

Ein herkömmliches Balkonkraftwerk besteht ja aus zwei Solar-Modulen und einer Ausgangsleistung von 600 Watt in Richtung Steckdose. Die Anschaffungskosten liegen hier, je nach Art der Montage, bei rund 400 bis 700 Euro. Die mögliche jährliche Ersparnis beträgt bei Süd-Ausrichtung ohne Schatten rund 180 Euro pro Jahr, sehr gut ausrechnen könnt ihr das für eure zukünftige Anlage mit dem Stecker-Solar-Rechner der HTW Berlin.

Ecoflow erlaubt duales Laden mit seinen Powerstations

Wer sein Balkonkraftwerk noch weiter aufmotzen möchte, kann das mit einer Powerstation von EcoFlow machen, die dann als Speicher für das Balkonkraftwerk genutzt wird. Ich habe die Delta 2 Max mit einer Kapazität von 2 Kilowattstunden plus einer Zusatz-Batterie mit noch einmal 2 Kilowattstunden im Einsatz.

Der Clou bei Ecoflow: Es können nicht nur zwei Solar-Module am Wechselrichter angeschlossen werden. Die Powerstation bietet zwei zusätzliche Anschlüsse, so dass insgesamt vier Solar-Module mit voller Leistung genutzt werden können.

Die Grundidee des Systems ist dabei denkbar einfach: Statt der erlaubten 600 Watt Leistung, die im Haushalt ja nur selten gebraucht wird, speist der Powerstream-Wechselrichter eine per App festgelegte Grundlast ein, die den Hausbedarf deckt. Bei mir sind das rund 250 Watt. Zusätzlich können Smart Plugs an leistungshungrigen Geräten eingesetzt werden, die aber nur zeitweise laufen. Also etwa die Waschmaschine oder der große Fernseher im Wohnzimmer. Die Ausgangsleistung wird dann vom Wechselrichter entsprechend erhöht – bis zur erlaubten Maximalleistung von 600 Watt. Auch Zeitpläne und eine manuelle Steuerung sind möglich.

Der Ertrag und die zusätzlichen Kosten

Im zweiten Halbjahr 2023 habe ich mit meinem EcoFlow-System bereits 200 Euro eingespart. Allerdings habe ich erst im Spätsommer auf vier Module aufgestockt und das Firmware-Update für duales Laden aufgespielt. Der Ertrag wäre also noch ein bisschen höher gewesen.

Der Stecker-Solar-Simulator errechnet für eine Anlage mit vier Solar-Modulen einen jährlichen Ertrag von 1.600 Kilowattstunden, die ja dank des Speichers fast komplett selbst verbraucht werden können. Bei einem Strompreis von 30 Cent macht das eine jährliche Ersparnis von 450 bis 500 Euro. Das ist ein Plus von rund 275 Euro im Vergleich zu einem „kleinen“ Balkonkraftwerk.

Natürlich hat man aber auch zusätzliche Kosten. Speicher und Zusatzbatterie kosten im Handel derzeit knapp 2700 Euro. Dazu kommen dann noch zwei zusätzliche Solar-Module plus Montagematerial. Bei gleichbleibenden Stromkosten rentiert sich die zusätzliche Investition wohl erst nach 10 Jahren.

Ein ganz bestimmter Faktor kommt noch dazu

Aus finanzieller Sicht ist so ein Speichersystem vielleicht nicht die sinnvollste Lösung. Einen Faktor kann man mit Geld aber nicht berechnen: Den Spaßfaktor. Gerade an sonnigen Tagen macht so ein Balkonkraftwerk – ganz egal ob mit oder ohne Speicher – jede Menge Freude. Man freut sich einfach jedes Mal, wenn man in die App blickt und sieht, wie viel Strom man selbst produziert hat. Und ganz nebenbei tut man ja auch noch was für die Umwelt.

Ich muss euch aber auch warnen: Die Sache macht süchtig. Erst am Wochenende habe ich ein zweites System auf meinem Garagendach aufgebaut. Später soll das dann ohne Einschränkungen als angemeldetes PV-System laufen. Aber das ist eine andere Geschichte, über die ich euch bestimmt auf unserem großen Blog appgefahren.de noch einmal etwas erzählen werde.

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In den letzten Jahren habe ich mich zu einem echten Experten in Sachen Hue & HomeKit entwickelt. Mittlerweile habe ich über 50 Lampen und zahlreiche Schalter im Einsatz. In meinem kleinen Blog teile ich meine Erfahrungen gerne mit euch.

Kommentare 7 Antworten

  1. „Und ganz nebenbei tut man ja auch noch was für die Umwelt.“

    Jetzt mal abgesehen von dem „Spaß“ den ich nun wirklich nicht widerlegen kann, auch wenn ich bezweifle das dieser „Spaß“ so viel wert sin soll, wie kommen Sie auf die Idee das dieser ganze Kram der Umwelt helfen würde?

    Rechnen Sie das bitte mal vor, wieviel Co2 wurde für die Produktion Ihrer Ausrüstung „verbraucht“?
    Wieviel Co2 wird bei einem heutigen, modernen Großkraftwerk für diese Menge Strom „verbraucht“ und wieviel genau wollen Sie damit für die Umwelt sparen?
    Oder ist es ein anderer Faktor als Co2?
    Sind es die seltenden Erden, die in Ihrer Anlage stecken?
    Die Akkus, die früher oder später im besten Fall teuer (und energieaufwendig) recycelt werden?
    Die Solarzellen, die genau so ein Problem bei der Produktion und Entsorgung sind?

    Es wundert mich das Sie hier vergessen haben den Umweltschutz zu erklären, wo es doch so ein weit verbreitetets und bekanntes Problem ist mit den ganzen Akkus, den seltenen Erden und der ganzen Energie, der Kinderarbeit und dem Rohstoffabbau der damit einher geht…
    Sie werden Ihre Leser doch nicht für so dumm halten das die das einfach so hinnehmen ohne es zu hinterfragen, oder?
    Also nicht wie damals, als Sie uns erzählen wollten das der Kontozwang für Hue ein Sicherheitsgewinn für alle Anwender wäre.

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen solche Anlagen, aber wenn man sowas behauptet, dann sollte man es doch bitte auch belegen.
    Denn wenn das nicht so wäre, dann würden Sie Ihr Gewissen ja nur duch grünen Propagandablödsinn beruhigen, sich also selbst belügen und das dann auch noch im Internet anderen propagieren.

    Vielen Dank vorab für die Erklärung!

    1. Ich denke ein paar Bäume können wesentlich mehr CO2 binden, als so ein Balkonkraftwerk je sparen kann.
      Ich habe mir Balkonkraftwerk zugelegt nur aus einem Grund, damit meine Poolfilteranlage vom selbstprodutiertem Strom betrienen wird. Spassfaktor- ja, Gedanken über Umwelt – keine einzige. Wenn ich mir anschaue, was so ein Vulkanausbruch oder viele viele Bomben in Israel oder Ukraine in die Atmosphere schleudern, da lohnts sich darüber gar nicht denken.

    1. Was ist darn lustig, wenn User nicht in der Lage sind Ihre Browser oder Apps so einzustellen, dass keine Cookies gesetzt werden? Ich sehe keinerlei Werbung hier.

  2. Ich bin mit meiner Anlage nun im 5. Jahr Balkonkraftwerk. Die ersten 4,8 Jahre 2x 310W Modul an Envertech EVT300. Dank der Energiekriese kletterte mein Ökostromtarif von 22ct/kWh und 5€ Grundgebühr auf 73ct/kWh und 19,70€ Grundgebühr binnen weniger Monate. Einst als Experiment angeschafft war ich nun froh dass ich die Möglichkeit nun hatte. Bei dem derartig hohen Tarif bezahlte sich die Anlage nun Recht schnell. +-0 waren nun nach 3 Jahren erreicht.
    Ende letzten Jahres habe ich ein gutes Angebot für ein gebrauchtes Ecoflow System bekommen. Ich ersetzte meine Wechselrichter gegen den Powerstream von Ecoflow plus eine Delta Max 2000. Zusammen inkl. Kabelsatz für 1000€. Da die max 2000 jedoch hinter meinen Erwartungen lag, veräußerte ich diese wieder für 900€ und erwarb eine Delta 2 max für knapp über 1100€. Diese hatte ein beschädigtes Gehäuse. Aber was interessiert mich die Optik, das Ding muss nur funktionieren.
    Ich ersetzte die alten Module gegen 2x 410W Canadian Solar. Leider macht mir die Max. Eingangsspannung des Powerstream ein Strich durch die Rechnung. Ich hätt viel lieber die 550W CS Module genommen. Die Preise sind dank technischer Deflation mehr als 50% gefallen, im Gegensatz zu meiner ersten Anlage.
    Die alten 300W Module werden entweder zum laden des Akkus benutzt oder wo anders. Ich weiß noch nicht. Ich muss im Frühjahr erstmal sehen wie ich nun zurechtkomme.

    Ich such noch nach einer Möglichkeit, meine CEE 1~ Steckdose mit dem Ecoflow System zu verheiraten, damit der Powerstream beisteuert, wenn ich das Auto lade. Shelly wird zwar unterstützt, jedoch kann man diese nur schalten oder sie messen Leistung. Eine Regelung des Powerstream fand jedoch nicht statt.

    Als Erweiterung kann man ja einen 2 kWh Akku von Ecoflow nehmen, oder 2 Hersteller miteinander Kombinieren. An den Zendure Powerhub schließt man 2 Module und einen Akku an. Dieses System ist skalierbar von 1kWh auf 7,X kWh Speicher. Den Ausgang des Powerhub, steckt man auf den XT60 Port der Delta 2 Max. Da die Delta 2 Max jedoch über 2x XT 60 Eingang verfügt könnte man Theoretisch ohne großen Eigenbauaufwand 4 Zusätzliche Module mit 15 kWh Speichererweiterung + 2kWh Ecoflow Speichererweiterung zusammenstecken. Sinnfrei, aber es müsste funktionieren.

    Jetzt habe ich noch eine Frage an den Beitrag Ersteller. Wie kommt man auf 250W Grundlast? Ich komme gerade mal auf 25W. Hast du Umwälzpumpen die permanent laufen oder betreibst du deinen eigenen Server?

  3. Eigendlich möchte ich auf „Teppers“ Kommentar antworten, jedoch gibt es keine Schaltfläche dafür.

    In einem Baum kann zwar CO2 gespeichert werden, wird dieser jedoch verfeuert bzw. verrottet dieser im am Ende seiner Lebenszeit gibt er das gesammelte CO2 wieder ab.

    Jetzt nehmen wir uns den Kommentar von „jsm“ vor.
    Verglichen werden wieder Äpfel mit Birnen. Output Großkraftwerk zu Herstellung und Output PV.
    Wirkungsgrad eines Kohlekraftwerks liegt am Niederrhein mit Steinkohle um die 35-40%. Mehrfach umspannen und physikalische Verluste senken den Wirkungsgrad weiter Richtung 35%.
    Bedenke, das Stromnetz hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Schau dir mal die Baudaten von den Masten an. Der nächste zu meinem Wohnort ist BJ 1973.

    Um 1kwh Strom zu erzeugen verbraucht man: keine Ahnung. Steinkohle ist ein Naturprodukt. Ich weiß nicht mit welcher Kohlesorte gefeuert wird. Es gibt 40 verschiedene Kohlesorte, wir sind in Deutschland, dafür gibt es DIN Normen. Flammkohle, Gasflammkohle, Magerkohle, Fettkohle, Anthrazit…
    Ham wir eigendlich schon erwähnt dass diese Kohle nicht mehr im Ruhrgebiet gewonnen wird. So muss diese per Schiff aus Afrika, China, Indien oder Russland zu uns Schippern.
    Spätestens dort beginnt der Hamster zu humpeln.
    Ständige Modernisierung, Rauchgasentschwefelung, Rauchgasentstaubung, Brennstofftransport, Abbau zu Tage oder unter Tage…
    All dies trägt zur CO2 Bilanz des Kraftwerks bei.

    Ergoogelte Werte ergaben: Pro kWh erzeugten Stromes, Suchbegriff „CO2 Fussabdruck einer Solarzelle“ ergab folgendes:

    Zitat: „Berechnungen zeigen, dass die CO2 Belastung einer photovoltaikanlage bei insgesamt etwa 50g/kWh liegt. Zum Vergleich, Kohle liegt bei 800g- 1200g.“

    Das deckt sich auch mit den Angaben des Umweltbundesamtes.

    Seltene Erden.
    In den Akkus der Delta 2 max befinden sich, oh Wunder, keine seltenen Erden.
    Recycling wird seit Jahrzehnten auch im Elektronik und Akkubereich betrieben. Immer das selbe. Vorsortieren, schreddern, sortieren, mahlen, sortieren, einschmelzen, trennen.

    Einmal reduziertes Material kann wiederverwendet werden. Es muss nicht mehr Kubikmeterweise umgegraben werden.
    Meist sind das Klein und Mittelunternehmen von denen man noch nie was gehört hat.

  4. Guten Morgen,
    eine Frage an die Profis hier….
    Wir haben eine große PV Anlage auf dem Dach. (Umrichter außerhalb – zu weit entfernt für den Akku im Keller). Wir sind auf der Suche nach einer Powerstation, um die Grundlast nachts abzudecken / etwas aus dem Akku zu versorgen…
    Kann ich o.g. Powerstation über das Hausnetz laden und entpsrechend ins Hausnetz entladen?
    Oder geht nur „Direktanschluss“ einer einzelnen Leuchte zB

    Danke
    Grüße
    Sascha
    PS: Um Rückfragen zu vermeiden. Zu weit…. laut Datenblatt/Aussage Installateur dürfen Solarakku u Umrichter nur 5m entfernt zueinander stehen. Außen / Garage wäre schlecht für den Akku, zumal Akku in der kalten Garage eh nicht optimal ist… Daher die Powerstation mit sagen wir mal 3-4kWh. Dann käme man mit Grundrauschen von knapp 200W die Nacht hindurch u hätte noch bissel Puffer. Mit 10kWp ist selbst im Winter genug da, um die Powerstation annähernd voll zu bekommen…

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