Hueblog: Warum sich Ledvance für den neuen Smart+ Nightlight Plug schämen sollte

Warum sich Ledvance für den neuen Smart+ Nightlight Plug schämen sollte

ZigBee-Variante ist eine Fehlkonstruktion

Vor einigen Wochen hat mich der neue Ledvance Smart+ Compact Outdoor Plug wirklich begeistern können. Endlich eine kompakte ZigBee-Steckdose für den Außenbereich, die mit Philips Hue kompatibel ist. Aus meiner Sicht eine absolute Kaufempfehlung, solange Philips Hue selbst keine passende Alternative bereitstellt.

Seit dieser Woche ist nun auch ein weiteres neues Produkt von Ledvance direkt auf Amazon erhältlich: Der Smart+ Nightlight Plug. Ein smarter Zwischenstecker mit integriertem Nachtlicht. Nachdem ich meinen Smart Plug erhalten habe, kann ich euch direkt vorweg sagen: Macht bloß einen großen Bogen um dieses Teil.

Warum? Der Grund ist schnell erklärt: Das integrierte Nachtlicht lässt sich nicht separat schalten. Der Smart+ Nightlight Plug taucht nur als einzelner, einfacher An/Aus-Schalter in der Hue-App auf. Immer dann, wenn das angeschlossene Gerät Strom bekommen soll, leuchtet auch das Nachtlicht. Wenn das angeschlossene Gerät keinen Strom bekommen soll, ist auch das Nachtlicht ausgeschaltet. Damit verliert dieser Zwischenstecker eigentlich jegliche Daseinsberechtigung.

Bei der günstigen WLAN-Version ist mehr möglich

Es wird aber noch besser. Für rund 10 Euro weniger verkauft Ledvance den Smart+ Nightlight Plug als WLAN-Version. Diese ist natürlich nicht mit Philips Hue kompatibel, sondern wird über eine eigene App gesteuert. Dort lässt sich das Nachtlicht nicht nur separat steuern, sondern zusätzlich auch noch dimmen.

Der absolute Knaller kommt aber noch: Aktuell wird die ZigBee-Version mit einem satten Rabatt verkauft, eine einzelne Steckdose kostet nur 17,99 statt 29,99 Euro. Und der Stückpreis beim 4er-Pack liegt dank Rabatt sogar nur bei 15 Euro. Ein unglaublicher Preisnachlass – und das kurz nach dem Marktstart.

Ganz ehrlich: Ich würde den regulären Preis von 29,99 Euro sogar bezahlen, wenn der Hersteller ein zweites ZigBee-Modul für das Nachtlicht integriert hätte. Dann hätte man nämlich wirklich praktische Szenen erstellen können. So, wie die Hue-kompatible Version jetzt angeboten wird, ist sie allerdings eine ganz klare Fehlkonstruktion.

LEDVANCE Smarte Steckdose mit ZigBee Technologie und integriertem...
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LEDVANCE Smarte Steckdose mit ZigBee Technologie und integriertem...
  • Steuerung über kompatibles Smart-Home-System oder Ein- / Aus-Taste am Gerät
  • Steuerung über Stimme möglich: Google Assistant oder Amazon Alexa, abhängig vom genutzten Smart Home System
In den letzten Jahren habe ich mich zu einem echten Experten in Sachen Hue & HomeKit entwickelt. Mittlerweile habe ich über 50 Lampen und zahlreiche Schalter im Einsatz. In meinem kleinen Blog teile ich meine Erfahrungen gerne mit euch.

Kommentare 24 Antworten

  1. Da ja laut anderen Berichten das Licht separat geschaltet werden kann, wird es mal wieder eine der Beschränkungen im HUE Zigbee Protokoll sein, die dieses verhindert.

    1. Welche anderen Berichte? Die Sache ist ganz klar: Ein ZigBee-Modul kann eine Lampe schalten. Es hätte also ein zweites Modul verbaut werden müssen. Das ist aber nicht geschehen.

      Die WLAN und Bluetooth Versionen der Steckdose können separat schalten. Das steht auch so im Text.

    2. Hm, vielleicht bin ich da auch mit den Varianten durcheinander gekommen?

      Die eine deutsche Bewertung bei Amazon behauptet es jedenfalls auch, was aber auch nichts heißen muss.

    3. Auf der Amazon-Produktseite sind alle drei Varianten gelistet. Das heißt, dass die Rezensionen von allen drei Varianten auf einer Seite landen. Im Kopfbereich einer jeden Rezension steht aber, auf welche Variante sie sich bezieht. Bei der deutschen Rezension auf Amazon wurde die Bluetooth-Variante gekauft.

    4. Stimmt, da muss man bei Amazon echt immer aufpassen, wenn man sich die Bewertungen ansieht.

    5. @Fabian: es ist schlichtweg falsch, dass ein ZigBee-Modul nur ein Licht schalten kann. Ein ZigBee-Node kann selbstverständlich mehrere Light-Cluster haben und damit könnte man z.B. ein On-Off-Cluster für den Plug und ein Dimm-Cluster fürs Nachtlicht realisieren. Wie es konkret für den Nightlight Plug umgesetzt ist, weiß ich nicht, ich habe den noch nicht in freier Wildbahn gesehen.

      Wenn es aber Berichte gibt, dass der Plug das Nachtlicht separat steuern kann, vermute ich, dass Hue so dumm ist, und nur ein Cluster pro Light-Node unterstützt. Daher ein gut gemeinter Hinweis: werft die Hue Bridge in die Tonne, das ist Kinderspielzeug. Nehmt ein ordentliches ZigBee-Gateway und werdet glücklich mit all den Möglichkeiten, die euch das bietet.

    6. @clammer Meldet sich die Lampe denn als zwei Nodes mit jeweils einem Dimming-Cluster oder ist es ein Node mit mehreren Dimming-Clustern?

      Falls sich die Lampe als mehrere Nodes meldet, würde das meine Theorie bestätigen.

      Ich will auch gar nicht sagen, dass der Nightlight Plug hier besonders toll ist, ich wollte nur das Statement kritisieren, dass eine getrennte Ansteuerung zwei ZigBee-Module benötigen würde, was vollkommener Käse ist.

    7. Ist doch auch bei anderen Geräten wie der Lidl-Mehrfachsteckdose so, dass die Hue Bridge nur eine von drei erkennt.

      Vielleicht mal besser über die sehr beschränkte Hue Bridge nachdenken.

    8. @Gero: Die Leiste von LIDL kann glaube ich wirklich nur komplett schalten, egal an welcher Bridge. Dort liegt es wohl nicht an Hue, sondern am Gerät.

      Wie das beim Nightlight Plug nun wirklich ist, kann ich auch nicht genau sagen. Da aber an anderer Stelle wohl behauptet wurde, dass Nachtlicht und Plug getrennt steuerbar sind (alles andere ist auch Käse), war meine Vermutung hier, dass es an der Hue Bridge liegt, da diese ja nun auch noch viele andere Unzulänglichkeiten hat.

    1. Als Hardware kann ich da einen Conbee empfehlen, als Software dann Zigbee2Mqtt oder deCONZ.

      Vorteile gegenüber der Hue Bridge:

      – Unterstützt fast alle ZigBee-Geräte (Hue, Ikea, Xiaomi, Heiman, LIDL, …), einschließlich Rollos, Alarmkomponenten, Rauchmeldern, …

      – Man ist nicht auf 63 Lampen limitiert, demnach viel besser für größere Installationen geeignet

      – Es gibt die Möglichkeit, automatisch Backups anzufertigen. Gerade für größere seriöse Installationen ist das super wichtig, falls das Gateway mal stirbt.

      – Man kann Direct Bindings konfigurieren, sodass z.B. ein Hue Dimmer eine Lampe (oder Leuchtengruppe) auch dann steuern kann, wenn das Gateway mal aus irgendwelchen Gründen nicht verfügbar sein sollte. Für mich ist das auch ein absolutes Muss in größeren Installationen. Bei Hue geht im Zweifel nix mehr, wenn die Bridge mal etwas Überspannung vom Blitzeinschlag nebenan abbekommen hat.

      – Man kann die Firmware von ZigBee-Komponenten unterschiedlicher Hersteller aktualisieren. Bei der Hue Bridge gehen nur Updates von Hue Komponenten.

      – Einschaltverhalten kann herstellerübergreifend gesetzt werden (sofern von Gerät unterstützt)

      Das Ganze erfordert etwas mehr Einarbeitung, läuft aber solider und man hat wirklich viel mehr Möglichkeiten, gerade als professioneller Anwender. Selbst für Spielereien wie HomeKit oder Entertainment gibt es Lösungen (homebridge bzw. diyhue).

    2. Die Updates muss man manuell runterladen und in einen speziellen Ordner legen. Danach kann man die Firmware über die Benutzeroberfläche aktualisieren. Hier ist mal ein Link mit einer Übersicht:

      https://github.com/dresden-elektronik/deconz-rest-plugin/wiki/OTA-Image-Types—Firmware-versions

      IKEA und Ledvance z.B. veröffentlichen die Updates offiziell, nur bei Hue müssen die Download-Links von der Community gepflegt werden (durch mitsniffen des Netzwerkverkehrs der Hue Bridge).

      Das deCONZ-Wiki bei GitHub eignet sich auch gut zum Einlesen insgesamt.

    3. @Fred: „…gerade als professioneller Anwender…“.
      Genau das sind die meisten hier nicht. Und dafür reicht Hue oder Drittanbieter mE aus.
      Profis nehmen selbstverständlich professionelle(re) Anwendungen.
      Ist ungefähr so, wie wenn man einem Gelegenheits-Heimwerker sagt, er solle seinen Ixo gegen was professionelles eintauschen…

    4. @pmseib:

      Die Bridges von Lidl, IKEA oder Tuya sind sicher auch keine Profi-Systeme, können aber trotzdem mehr.

      Aber das ist von HUE ja durchaus so gewollt.

      Conbee ist auch kein Profi-Gerät und auch nicht teurer als ne HUE-Bridge.
      Da jetzt schon in kurzer Zeit drei Zigbee Komponenten kamen, die nicht richtig mit HUE laufen, bin ich da echt am überlegen.
      Der Stick würde dann an meiner Synology Diskstation arbeiten.

    5. @pmseib Mit professionell meinte ich Leute, die mehr als nur ihre Studenten-WG oder ein paar Räume ihrer Mietwohnung mit smarten Komponenten ausstatten.

      Wer im Eigenheim *großflächig* auf Hue setzt, macht etwas falsch bzw. reitet auf der Messerklinge. Versteht mich nicht falsch, für ein Entertainment-Setup im Wohnzimmer halte ich Hue durchaus für geeignet. Aber für größere Installationen eben nicht (geht ja auch wegen der Limits der Bridge gar nicht).

  2. Danke für den ehrlichen Test. Nachtlicht und Steckdose gemeinsam schalten was für ein Käse? Gut das ich mit meiner persönlichen Bestellung noch etwas gewartet habe und gegebenenfalls auf eine Rücksendung verzichten kann. Interessant wäre noch ein Test der Zigbee Version an anderen Gateways als an der Hue Bridge zum Beispiel an einem Amazon Echo (Plus) oder an einem Raspberry basierten Gateway. Einen Amazon Echo mit Zigbee Gateway als Alternative zum Homepod sollte vielleicht bei Euch vorhanden sein? Sollten dort zwei Funktionen auftauchen wäre das eine Limitation an anderer Stelle?

  3. @Fred
    Vielen Danke für die ausführliche Info zu ConBee… das kann ich bisher noch nicht… und die Funktionen klingen echt interessant…
    Ich werde mit dem Teil mal im Urlaub ein wenig testen, gerade die fehlende Backup-Funktion bei Hue ist mir echt ein „PainInTheAss“, ich will gar nicht dran denken, wenn die Bridge mal den Abgang machen würde…

    Der Test von Fabian muss doch für den Hersteller echt ein Schlag ins gesicht sein, man fragt sich echt, testet von den Entwicklern das denn niemand mal bei sich zuhause, bevor ich es auf den Markt werde?
    Oder lässt testen…?
    Unglaublich, was die da bei der „nicht“-BT-Variante abgeliefert haben…

  4. Konnte jemand das Teil noch an einem anderen Gateway / Hub als der Hue Bridge testen zum Beispiel an einem Raspberry mit Conbee oder an einem Echo plus? Treten dort die gleichen Limitationen wie an der Hue Bridge auf? Ich persönlich habe nach diesem Artikel darauf verzichtet einen mit Nachtlicht auf Verdacht zu bestellen. Von der Variante ohne Nachtlicht habe ich mir noch ein paar geordert die waren kürzlich beim Promeday sehr günstig zu haben. Habt Ihr Euer Testgerät wieder retourniert? (hätte ich wohl getan wenn das Teil echt so funktioniert)

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