Hueblog: Warum haben neue Philips Hue Leuchtmittel ein so schlechtes Energielabel?

Warum haben neue Philips Hue Leuchtmittel ein so schlechtes Energielabel?

Nur noch G statt A+

Solltet ihr bereits eines der neuen Philips Hue Leuchtmittel gekauft haben, beispielsweise die neuen White Ambiance Filaments, dann ist es euch vielleicht schon aufgefallen: Auf dem obligatorischen Energielabel bekommen die Leuchtmittel nur noch ein G statt bisher ein A+. Was es damit auf sich hat, verrate ich euch heute.

Grundlage für die Änderungen ist eine neue Ecodesign Verordnung, die von den Herstellern fordert, noch effizientere Produkte herzustellen. Gleichzeitig wurde eine neue Energy Labeling Regulation eingeführt, die ab dem 1. September gültig ist. Im Ramen dessen wurde eine neue Skala eingeführt, die sich letztlich auf der Verpackung des Produkts bemerkbar macht.

Man hat quasi die Anforderungen an die Hersteller nach oben geschraubt. Schauen wir uns einfach mal das Beispiel der Filament-Leuchtmittel an: Die klassische White Filament hat bei einer maximalen Helligkeit von 550 Lumen 7 Watt Energie verbraucht. Diese etwa 78 Lumen pro Watt haben bisher dazu ausgereicht, das Energielabel A+ zu erhalten. Auf dem neuen Energielabel reicht es dagegen nur noch für das Energielabel G. Für die Einstufung F wären 85 Lumen pro Watt erforderlich, für die Klasse A sogar 210 Lumen pro Watt.

In zwei unterschiedlichen Verpackung steckt das gleiche Produkt

Bis die alten Kartons aus dem Handel verschwunden sind, macht es für euch zunächst einmal keinen Unterschied, zu welcher Verpackung ihr greift. Egal ob ein A+ oder G aufgedruckt ist, das Leuchtmittel selbst verbraucht natürlich genau die gleiche Menge Strom. Die neue Einstufung gibt den Herstellern aber wieder einen ordentlichen Anreiz, die Effizienz ihrer Produkte zu steigern.

Und falls ihr demnächst vor einem Regal im Geschäft steht und euch wundert, warum auf einer Tischleuchte oder Deckenleuchte kein Energielabel aufgedruckt ist, kann ich euch auch gleich die passende Erklärung liefern: Bei Produkten, bei denen die Lichtquelle ausgetauscht werden kann, ohne das Produkt zu beschädigen, muss kein Energielabel aufgedruckt werden – selbst dann, wenn das der Endverbraucher selbst nicht erledigen kann. Warum man sich diese Ausnahme hat einfallen lassen, kann ich euch leider nicht sagen.

In den letzten Jahren habe ich mich zu einem echten Experten in Sachen Hue & HomeKit entwickelt. Mittlerweile habe ich über 50 Lampen und zahlreiche Schalter im Einsatz. In meinem kleinen Blog teile ich meine Erfahrungen gerne mit euch.

Kommentare 7 Antworten

    1. Bei den nicht-smarten Leuchtmitteln gibt es ja auch kein Standby. Entweder an oder aus. Und erlaubt sind m.W. ohnehin nur maximal 0,5 W; und ob 0,2 W oder 0,3 W im Standby hat natürlich nicht annähernd so eine hohe Auswirkung wie die Effizienz im eigentlichen Betrieb.

  1. Haben die Hue-Leuchtmittel denn wirklich ein „schlechtes Energielabel“? Sind andere LEDs hier besser?

    Den Blog-Artikel von „Beleuchtungdirekt“ finde ich da noch etwas informativer – hier ist auch eine Formel zu finden, wie die Gesamt-Lichtausbeute berechnet wird. Ein A+ existiert in der neuen Skala, welche die alte Skala von 1998 ablöst, nicht mehr. Neu ist auch der QR-Code, der auch verpflichtend ist. Und es gibt eine Übergangszeit bis Ende Februar 2023. Also selbst wenn Signify schon umstellt, muss es bei den Mitbewerbern u. U. noch nicht der Fall sein.

    Die neuen Labels finde ich jedenfalls gut, insbesondere bei Haushaltsgroßgeräten etc., wo es auch noch zusätzliche (verpflichtende) Informationen gibt. Dass es hier allerdings jetzt schon Kühlschränke oder Geschirrspüler gibt, die A erreichen, finde ich unpraktisch – da haben wir in ein paar Jahren vermutlich wieder eine Skala, die mit mehreren + erweitert werden muss.

  2. Ich finde das ja ehrlich gesagt total dämlich. Ich glaube in meinem Freundes und Bekanntenkreis hat niemand etwas von dieser Novelle mitbekommen. Die meisten werden nun erstmal verdutzt dastehen und sich wunder, warum die neuen Lampen, Trockner, Waschmaschinen und Co plötzlich so viel mehr Energie verbrauchen und vermutlich sogar die Entscheidung treffen bei den alten Produkten zu bleiben, weil die ja offensichtlich viel besser sind.
    Man hätte, wenn überhaupt, gleich das ganze System ändern müssen. Am besten mit neuer Skala und zahlen statt Buchstaben.

    Und gerade bei LED Beleuchtung finde ich es wirklich lächerlich. Der Wirkungsgrad ist schon ziemlich gut und die LED dürfte so ziemlich aus entwickelt sein. Da ist einfach nicht mehr wirklich Luft noch oben. Bis dann irgendwann mal wieder was komplett neues kommt. Die Trafos der Lampen dürften auch so ziemlich den maximal möglichen Wirkungsgrad haben. Würde mich also stark wundern, wenn es einer der Hersteller in nächster Zeit schafft in die höchste Klasse aufzusteigen.

    Und selbst wenn, was nützt es? Ich hab hier in einem Raum relativ viele Hue Leuchtmittel verbaut. Habe mal die maximal Leistungen zusammengerechnet….dürften um die 120W sein. Das ist so viel, wie früher eine einzige Glühbirne gebraucht hat. Wohl gemerkt auf höchster Stufe und kaltem Licht. Bei mir laufen die meist auf 20-30% und mit eher warmen bis orangen Licht. Da dürfte der Gesamtverbrauch von um die 14 Leuchten bei 20-30W liegen. Maximal.
    Gerade in den unteren Regionen sind die sehr sparsam.

    Wo kann man also wirklich Energie einsparen? zB könnte man mal bei der Straßenbeleuchtung ansetzen…..Muss die wirklich die ganze Nacht lang laufen? Muss wirklich jede laufen? Oder reicht vielleicht auch mitten in der Nacht nur jede zweite? Und wie wäre es denn mal die Uralt Gasentladungslampen durch moderne LED zu ersetzen?
    In meiner Stadt haben Sie nun an ein paar wenigen Ecken mal damit angefangen. Resultat? Das wo LED Lampen angebracht wurden, ist es in der Nacht nun taghell. Viel bessere und breitere Ausleuchtung, viel angenehmere Lichtfarbe, weniger/fast keine Wartungskosten und der Stromverbrauch im Vergleich zu den überraschend hungrigen Gasentladungslampen ist einfach nur ein Witz. Da sprechen wir über wenige Watt, im Vergleich zu 150-300W.
    Das ärgert mich einfach aktuell…..Es wird soviel über unbedeutenden Mist diskutiert, der einfach nichts bringt, anstatt mal Dinge anzugehen, die wirklich was bewegen könnten 🙂

    1. Das ist in der Straßenbeleuchtung schon sehr weit verbreitet, das die Beleuchtung in mehreren Stufen gedimmt wird. Wurde früher schon bei konventioneller Beleuchtung oft um 50% reduziert. heutztutage in einigen Fällen auf 30%. Ganz Aus geht nicht, da die Komunen in gewissen Bereichen eine Mindesthelligkeit erreichen müssen.
      Es gibt aber auch Bedarfsgerechte Reduzierung der Leistung. Mit Bewegungsmelder ausgestatte Leuchten bilden ein Mesh Netztwerk. 2014 wurden so in dem Dorf Tuningen 82% Energieeinsparung erreicht. Siehe https://www.tuningen.de/index.php?id=189

    2. Also Deine persönliche Blase hatte nun wirklich lange genug Zeit um mitbekommen zu können, dass die Energielabel umgestellt werden.

      Und was den Rest Deines Kommentars angeht: Den Sermon kennt man schon seit Jahrhunderten von ignorant-traditionalistischen Menschen, die schon seit jeher versuchen jeglichen Fortschritt zu verhindern. Selbstverständlich geht es nicht alleine darum die bestehende LED-Technik bis unendlich zu verbessern. Es geht darum Leuchtmittel effizienter zu machen und wenn das mit LED nicht geht, muss SELBSTVERSTÄNDLICH ein neuer Ansatz erfunden werden.

      Tststs. Echt!

  3. Lasst mal die Kirche im Dorf!!

    Grundsätzlich hat das neue Label hauptsächlich den Sinn, die Einordnung der Klassen zu regulieren. Sonst hätten wir iwann A++++++ am Etikett!
    Alles was bisher A und besser war, wird jetzt unter G laufen! Und damit der Verbraucher dies besser einordnen kann, muss das Spectrum mit auf dem Energiepfeil und Label angegeben werden …

    Zusätzlich hat sich offensichtlich etwas mehr Logik und Intelligenz unter die entscheider gemischt 😉: es wird unter Lichtquellen und umgebende Produkte entschieden. Nur Lichtquellen (Leuchtmittel und Leuchten aus denen das Leuchtmittel nicht zerstörungsfrei ausgebaut werden kann) müssen ein Label tragen.
    Auch logisch: umgebende Produkte können keine Energieklasse besitzen, da die Lichtquelle Tauschbar (oder gar nicht vorhanden) ist …
    —> ist die led zerstörungsfrei ausbaubar, muss die Klasse derer in der Beschreibung abzugeben sein!

    Alles Hersteller müssen Ihre Daten, sofern erforderlich, wiederum in der Eprel Datenbank ablegen. Diese ist über den QR Code erreichbar und schafft Transparenz.

    Wo ich gleicher Meinung bin: was bei Kühlis, Waschmaschinen usw Sinn ergibt, ist bei Wohnraumleuchten Blödsinn: diese werden wegen der Optik gekauft. Nicht wegen der Energieklasse! Aber wo und wer definiert, welche Leuchte zu welcher Gattung gehört 😉?

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