Philips Hue Entertainment wird kein neues Ambilight: Erwartungen oftmals falsch

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Philips Hue Entertainment

In der kommenden Woche will Philips auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas neue Informationen zu Philips Hue Entertainment liefern. Ihr solltet allerdings nicht zu hohe Erwartungen haben.

In den vergangenen Wochen gab es nicht viele Neuigkeiten rund um Philips Hue Entertainment, das eigentlich im Dezember 2017 starten sollte. Daraus ist nichts geworden, wie ich euch schon in diesem Artikel verraten konnte. Den Spekulationen tat das keinen Abbruch, im Internet habe ich viele Vermutungen und Hoffnungen rund um die neue Technik gelesen. Auch in E-Mails an mich viel immer wieder ein Stichwort: Ambilight. Doch mit der aus Philips-Fernsehern bekannten Technologie hat Hue Entertainment eigentlich wenig gemeinsam.

Philips Hue Entertainment und Ambilight sind zwei verschiedene Paar Schuhe

Fernseher mit der Ambilight-Technik analysieren das aktuell auf dem Fernseher wiedergegebene Bild in Echtzeit und steuern anhand der Farben am Bildschirmrand die LEDs rund um den Fernseher entsprechend an. Das funktioniert in vielen Fällen prima, ist aber auch limitiert: Alles, was in der Mitte des Bildschirms passiert, wird von Ambilight quasi nicht erfasst.

Während Ambilight auf die aktuellen Bildinformationen zugreift, wird Philips Hue Entertainment auf die eigentlichen Geschehnisse reagieren. Gibt es auf dem Bildschirm eine Explosion oder ein Gewitter, werden die Lichter entsprechend leuchten können. Gibt es dagegen einen stillen Moment in einer dunklen Umgebung, können sich die Lichter entsprechend ausschalten.

Um auf die Geschehnisse reagieren zu können, muss Philips Hue Entertainment aber wissen, was da auf dem Bildschirm überhaupt passiert. Anders als bei Ambilight funktioniert die Steuerung dabei nicht vom Fernseher ausgehend, sondern direkt auf der Hue Bridge. Dieser muss jedoch mitgeteilt werden, was auf dem Bildschirm überhaupt passiert. Und genau hier liegt der Knackpunkt der ganzen Geschichte.

Philips Hue Entertainment wird nicht mit Live-Sendungen funktionieren

Die Hue Bridge stellt dazu eine Verbindung zum Quellmedium her, das die nötigen Informationen liefert. Das kann zum Beispiel die Spielekonsole, aber auch der Streaming-Anbieter sein, genauere Informationen ist uns Philips hier noch schuldig. Während Effekte in Spielen vom Videospiel selbst in Echtzeit generiert werden können, wird es bei Filmen noch anders aussehen: Hier müssen der Hue Bridge die entsprechenden Abläufe mitgeteilt werden. Gibt es diese Informationen für einen Film nicht, gibt es auch keine passenden Effekte.

Soweit mein Kenntnisstand aktuell ist, führt das zu einigen Einschränkungen. Live-Sendungen im Fernsehen können natürlich keine speziellen Effekte enthalten, da Philips Hue Entertainment nicht wissen kann, was aktuell passiert. Auch reguläres Fernsehprogramm, hier sind Filme ja von Werbung unterbrochen, dürften zunächst nicht oder nur eingeschränkt von der neuen Technik unterstützt werden. Anders wird es wohl nur bei Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime aussehen, denn hier können Informationen zum aktuellen Wiedergabestatus mit den für die Hue Bridge zur Verfügung gestellten Lichteffekte jederzeit abgeglichen werden.

Momentan ist aber auch das noch eine Spekulation, von Philip selbst gibt es nur wenige technische Informationen. Was ich aufgrund meiner persönlichen Eindrücke von der IFA weiß: Philips Hue Entertainment kann für tolle Effekte sorgen. Was ich aber auch sagen kann: Ihr solltet zunächst einmal nicht zu große Erwartungen haben, bevor Philips keine genauen Informationen liefert.

5 Kommentare

  1. Meine Hoffnung an Entertainment war eigentlich, dass durch die neuere, schnellere API endlich der zeitliche Versatz von Ambilight und gekoppelten HUE Lampen verschwindet. Kannst du dazu etwas sagen?
    Es ist schon extrem nervig, wenn die Änderung der Farben auf den Lampen selbst auf minimalster Einstellung eine Sekunde dauert, und dadurch die Farbe oft nicht mehr zum Bild passt. Im generellen steckt da echt Potential dahinter.

    • Ich denke, dass hier das andere Konzept zum Tragen kommt. Während Ambilight ja nur darauf reagiert, was auf dem Bildschirm angezeigt wird, sieht es bei Entertainment ja anders aus. Bei einem Film weiß die Hue Bridge ja bereits, welche Effekte sie zu welcher Zeit abspielen muss. Daher dürfte es zu keinem echten Versatz kommen. Mit allen Feinheiten wird es dann aber eben nur für die Filme funktionieren, für die es schon Skripte gibt. Näheres dann hoffentlich nächste Woche.

  2. @Bisi
    Das würde ich nicht hoffen. Ich denke hier liegt der Flaschenhals bei der Reaktionszeit der Bridge und den Lampen.
    Da die Effekte bei Filmen z.B. beim Streaming oder Bluray vorberechnet werden könnten, stelle ich mir durchaus gute Effekte vor, die synchron zum Bild laufen könnten. Bin gespannt auf die Vorstellung.

  3. In irgendeiner Ankündigung war von einer API die Rede, welche mehrmals pro Sekunde die Farbe wechseln kann. Bisher dauert eine Farbänderung gefühlt schon fast eine Sekunde. Vielleicht ergeben sich ja Synergieeffekte, nach mehren Jahren HUE, und über 2 Jahren Ambilight + HUE könnte mal ein Fortschritt passieren. Bin trotzdem gespannt, was jetzt genau kommt.

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