Hueblog: Mein Testbericht: Philips Hue Play Gradient Lightstrip

Mein Testbericht: Philips Hue Play Gradient Lightstrip

Der neue Leuchtstreifen für den Fernseher

Seit ich 2010 zum ersten Mal mit einem Ambilight-Fernseher in Berührung gekommen bin, möchte ich die Technik nicht mehr missen. Leider gibt es echtes Ambilight nur bei Fernsehern von Philips – doch mit dem Gradient Lightstrip hat Philips Hue nun auch eine eigene Lösung zum Nachrüsten im Portfolio. In diesem Testbericht möchte ich euch meine Erfahrungen mit dem Philips Hue Play Gradient Lightstrip schildern.

Der Leuchtstreifen ist in drei verschiedenen Varianten erhältlich, jeweils passend für Fernseher mit 55, 65 oder 75 Zoll. Ist euer Fernseher ein kleines bisschen größer oder kleiner, ist das zumeist auch kein Problem. Die Kommunikation zwischen Gradient Lightstrip und Fernseh-Bild erfolgt dabei über die Philips Hue Play HDMI Sync Box.


Diese ist schon seit ungefähr einem Jahr auf dem Markt erhältlich und begeistert bereits zahlreiche Nutzer. Ich habe schon die abenteuerlichsten Installationen gesehen, zum Teil mit mehr als fünf hinter den Fernseher geklebten Play Lightbar. Hier haben einige Nutzer richtig Geld investiert – und hätten am Ende mit dem Gradient Lightstrip die bessere und auch günstigere Lösung bekommen.

So einfach ist die Inbetriebnahme des Philips Hue Play Gradient Lightstrip

Vor allem aber wäre die Installation um ein Vielfaches einfacher und man müsste sich auch nicht mit einem solchen Kabelsalat herumschlagen. Der Gradient Lightstrip wird mit Hilfe von fünf Halterungen an die Rückseite des Fernsehers geklebt: Eine Halterung kommt oben in die Mitte des Fernsehers, zwei in die beiden oberen Ecken und zwei weitere an die Seiten des Fernsehers, um die Enden des Leuchtstreifens zu fixieren.

Die Montage des Gradient Lightstrip dauert keine fünf Minuten. Etwas tricky wird es nur bei modernen OLED-Fernsehern, bei denen die oberen beiden Drittel des Displays ultra-dünn gehalten sind und sämtliche Technik in einer Box im unteren Drittel steckt. Hier muss man je nach TV-Modell etwas kreativ werden und für sich selbst eine Lösung finden, ein Patentrezept kann ich hier leider nicht liefern.

Auch in der App kann man nicht viel verkehrt machen. Der Philips Hue Play Gradient Lightstrip muss in eine Hue Entertainment-Area gepackt werden. Im Gegensatz zu anderen Hue-Lampen kann er nicht frei im Raum platziert werden, sondern hat auch in der App eine feste Position. Das ist wenig verwunderlich, schließlich klebt er ja zwingend hinter dem Fernseher und steht nicht links oder rechts daneben.

Die weitere Konfiguration erfolgt dann nicht mehr über die eigentliche Hue-App, sondern über die Hue Sync Anwendung, die für die Nutzung der Sync Box erforderlich ist. Hier kann man unter anderem auch einstellen, wie hoch die maximale Helligkeit des Gradient Lightstrip ausfallen soll oder wie leicht oder stark die Lichteffekte ausfallen sollen. Auch hier kann ich nur sagen: Probiert einfach aus, was für euch persönlich am besten aussieht.

Das sind die wichtigsten technischen Details des Gradient Lightstrip

Im Vergleich mit dem uns bestens bekannten Philips Hue Lightstrip Plus gibt es einige Unterschiede. So hat der Gradient Lightstrip pro Meter etwa drei Mal so viele LEDs und sorgt auch zusammen mit dem eingebauten Diffusor für eine deutlich homogenere Ausleuchtung. Selbst wenn der Fernseher nahe an der Wand steht, sieht man keine einzelnen Lichtpunkte an der Wand. Trotzdem empfehle ich einen Abstand von mindestens 10 Zentimetern, damit sich der Lichteffekt weit genug ausbreiten kann.

Auf der gesamten Länge kann der Gradient Lightstrip in sieben verschiedenen Farben leuchten. Drei Zonen befinden sich dabei am oberen Bildschirmrand und jeweils zwei links und rechts. Theoretisch wären sogar noch mehr Zonen möglich, denn der Leuchtstreifen ist in 12,5 Zentimeter kurze Segmente unterteilt. Bei der 65 Zoll Variante wären 20 Segmente möglich – am Ende ist hier aber wohl die Performance ein limitierender Faktor.

Mit 1.100 Lumen ist der Gradient Lightstrip übrigens nicht ganz so hell wie der Lightstrip Plus, aufgrund des eher geringen Abstands zur Wand und des 45 Grad Abstrahlwinkels ist die Helligkeit aber absolut ausreichend – zumal man ohnehin nicht im prallen Sonnenlicht fernsieht.

So fällt der Vergleich mit Ambilight aus

Nach rund zwei Wochen Nutzung kann ich tatsächlich sagen: Der Gradient Lightstrip sorgt für einen absolut mit Ambilight vergleichbaren Effekt. Das TV-Erlebnis wird deutlich freundlicher, gerade abends ist es im Raum merklich heller. Es ist einfach eine Sache, die man erlebt haben muss.

Oftmals wurde gesagt, dass Ambilight mehr Farben gleichzeitig darstellen kann, während der Gradient Lightstrip auf nur sieben Zonen begrenzt ist. Hier muss ich zum Teil deutlich widersprechen: Auch Ambilight-Fernseher zeigen in der Praxis selten mehr als drei oder vier Farben gleichzeitig an. Dennoch gibt es bei der Beleuchtung einen großen Unterschied: Punktuelle Lichteffekte können von Ambilight deutlich besser dargestellt werden. Hier sind die Zonen des Gradient Lightstrip einfach zu groß.

Zudem hat Ambilight einen weiteren, sehr großen Vorteil: Es funktioniert, ganz egal was man sich gerade auf dem Fernseher ansieht, ohne dass zusätzliche Hardware erforderlich wäre. Für die Nutzung des Philips Hue Play Gradient Lightstrip ist dagegen die Sync Box erforderlich, die das Bildsignal nur von externen Quellen wie etwa einem Apple TV oder einer PlayStation auslesen kann. Wer den internen Tuner oder Apps des Fernsehers nutzt, hat keine Chance.

Das kann man beim Gradient Lightstrip noch verbessern

Wirklich nervig finde ich am neuen Gradient Lightstrip nur ein Detail: Das Netzteil. Obwohl der gleiche Stecker verwendet wird und obwohl der Leuchtstreifen nur zusammen mit der Sync Box funktioniert, kann man ihn nicht am Netzteil der Sync Box anschließen. Mit der Play Lightbar ist das ja problemlos möglich. Mit 20 Watt Leistungsaufnahme reizt der Gradient Lightstrip das Netzteil komplett aus.

Da frage ich mich allerdings: Warum legt man dem Gradient Lightstrip nicht ein 40 Watt Netzteil mit zwei oder drei Anschlüssen bei? So werden wieder unnötig Steckdosen blockiert, aufgrund der Größe der Netzteile ist das gerade bei Mehrfachsteckdosen äußerst nervig.

Ebenfalls anmerken muss ich, dass die Farbdarstellung beim Gradient Lightstrip im Vergleich zu Ambilight einen kleinen Hauch verzögert ist. Über die Hue Entertainment Area funktioniert die Synchronisierung mittlerweile aber so gut, dass man schon wirklich sehr genau darauf achten muss. Wer sich einfach nur zurücklehnt und den Inhalt auf dem TV genießt, wird die minimale Verzögerung kaum wahrnehmen.

In Zukunft noch mehr Möglichkeiten

Was mich besonders freut: In Zukunft soll der Gradient Lightstrip noch vielfältiger einsetzbar sein. Ist der Fernseher ausgeschaltet, kann man den Gradient Lightstrip aktuell einfarbig über die Hue-App steuern. Eine feine Sache, die mit Ambilight zum Beispiel gar nicht funktioniert. Hue-Erfinder George Yianni hat zudem angekündigt, dass man den Gradient-Effekt mit den sieben Zonen mit einem Software-Update auch außerhalb von Hue Entertainment ermöglichen möchte.

Auf der Wunschliste dürften aber noch andere Sachen stehen: Wie wäre es mit einem Gradient Lightstrip für deutlich kleinere oder größere Monitore und Fernseher? Zudem wünscht sich ein Teil der Community eine vierseitige Lösung. Von diesen Baustellen gibt es noch keine offiziellen Aussagen – bei einem Erfolg des Produkts könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass sich etwas in diese Richtung tun könnte.

So viel Hue gab es bisher selten

Die ultimative Ambilight-Lösung zum Nachrüsten ist der Philips Hue Play Gradient Lightstrip mit Sicherheit nicht, denn dafür gibt es noch zu viele Einschränkungen: Man benötigt die Hue Sync Box und es werden nur externe HDMI-Quellen unterstützt. Im Rahmen der technischen Möglichkeiten bietet der Leuchtstreifen aber unglaublich viel Hue.

Mit einem Preis von 180 bis 230 Euro ist der Gradient Lightstrip sicherlich nicht günstig – aber es gibt auch Nutzer, die sich Lightbars im Wert von 250 bis 400 Euro hinter den Fernseher geklebt haben.

Für eine erste Generation macht der Gradient Lightstrip aus meiner Sicht schon einen richtig guten Eindruck – nun darf man gespannt sein, wie schnell, gut und einfach Philips Hue die Steuerung außerhalb der Sync-Funktion ermöglichen wird.


In den letzten Jahren habe ich mich zu einem echten Experten in Sachen Hue & HomeKit entwickelt. Mittlerweile habe ich über 50 Lampen und zahlreiche Schalter im Einsatz. In meinem kleinen Blog teile ich meine Erfahrungen gerne mit euch.

Kommentare 27 Antworten

  1. Danke für den lang erwarteten Bericht!
    Toll das Saturn mir einen Tag vor Release mitteilt, die Bestellung verzögert sich bis nächste Woche (Tag unbestimmt) 🙁

  2. Man kann schon noch mehr verbessern… bei mir hängt der Fernseher frei an der Wand, d.h. ich bräuchte was rundumgehendes, also auch unten. Aktuell habe ich 6 LightStripes und würde 4 davon mit dem Gradient ersetzen

  3. Das Problem mit dem Netzteil hatte ich auch schon bemerkt. Ärgerlich, dass man kein stärkeres dazugelegt hat, sonst hätte ich den Lightstrip gekauft.

    Könnt ihr nicht mal bei Signify nachfragen, ob ein 40 Watt Netzteil oder so in Planung ist, als separates Zubehör vielleicht? Ihr habt doch Kontakte 🙂

  4. Guten Abend an alle ..

    Traurige Nachricht heute Abend vom Media Markt :die Auslieferung des gradient verzögert sich .
    Morgen erfolgt nicht der geplante Verkauf :(((

  5. Danke für den Test-Bericht, ich bin allerdings irritiert; im Text wird mehrfach erwähnt, dass der Gradient-Strip ohne die Syncbox gar nicht funktioniert, allerdings stand in dem ursprünglichen Vorstellungsartikel zum Produkt hier auf der Seite, dass die Syncbox nicht benötigt wird, wenn der Strip nur Input von einem PC erhält, da die Syncbox dann von einer Software auf dem PC ersetzt wird.

    Was stimmt denn nun?

    Und auch ich hab die Mail vom Saturn bzgl der Verzögerung erhalten, gleichzeitig steht auf der Produktseite im Online-Shop seit heute, dass der Strip im Markt meiner Stadt zur Abholung bereit liegt. So ein Unfug >:(

    1. Auf der Hue Webseite wird dieser Lightstrip hier nicht unter den kompatiblen Geräten zur PC Software aufgeführt. Daher wird es wohl (aktuell?) nur mit einer Sync Box funktionieren.

    2. @Sebastian, danke für die schnelle Antwort! Wenn das stimmen sollte, wäre ich extrem enttäuscht, denn nur aufgrund der mehrfachen Aussage hier auf der Seite, dass beim Betrieb an einem Mac oder PC nur eine Software statt der Syncbox erforderlich ist, habe ich das Teil überhaupt bestellt. Ein PC ist mein einziger externer Zuspieler an meinen TV, daher ist das echt wichtig für mich…vielleicht/hoffentlich zerstreut der Seitenbetreiber und Tester ja noch deine negative Aussage 😉

    3. Es soll auch mit der Sync App für Windows und PC funktionieren. Am Wochenende, als ich den Testbericht vorbereitet habe, gab es das notwendige Update für die Mac-Version noch nicht. Zu Windows kann ich leider keine Aussage treffen.

    4. @Fabian alles klar, danke!
      Da die Auslieferung bei den meisten verzögert wird, wäre es möglich, dass du immer mal wieder schaust, ob das Update da ist, und testen könntest, ob es ohne Syncbox tut? Dann kann ich je nachdem noch meine Bestellung stornieren oder mich weiter drauf freuen 😉

      Bzgl Mac oder PC mach ich mir keine großen Gedanken, ich geh davon aus wenns beim
      einen flutscht, dann auch beim anderen…

  6. Auch hier löst Philips ein altbekanntes Problem des Ambilight nicht.
    Viele TV‘s hängen heutzutage an der Wand und die Unterseite bleibt stets dunkel.
    Sehr schade!

  7. Von meinem Philips Ambilight TV kann man das Licht bei ausgeschaltetem TV trotzdem einschalten. Einfach die Ambilight Taste des TV drücken. Ist zwar nicht in der Hue App steuerbar und auch nur 5 Farben, aber es gibt einen schönen Effekt und ist was anderes als „funktioniert gar nicht“

  8. Die Performance soll ein limitierender Faktor für mrhr Sektoren sein?
    Ich hatte damals an meinem 55Zoll LG ein Ambilight aus Raspberry Pi 2 mit WS2801 LED Stripe. Da haben insgesamt 130 Led’s unabhängig voneinander und buzterweich passend und synchron zum Bild geleuchtet

    1. Wobei ich mich ja schon frage wie das eigentlich gehen soll, dass der Gradient Strip 7 unabhängige Zonen bedient, auf der Bridge aber nur EINEN Lampenslot belegen soll.
      Das kann eigentlich nur funktionieren, wenn die Sync Box an der Hue App/Bridge vorbei direkt mit dem Strip kommuniziert oder aber auf der Bridge andere bisher nicht oder wenig genutzte Ressourcen benutzt werden.

    2. So wie ich es verstanden habe, kommen die Befehle direkt von der Sync Box oder der Sync App. Zwar über die Bridge, aber eben über einen Weg, der bisher nicht über die normale App zugänglich ist. Da wird wohl im Hintergrund ordentlich getrickst.

    1. Hab lustigerweise dann gestern Nachmittag die dhl Ankündigung, bis jetzt aber noch nichts von Philips hue bekommen. Naja was soll’s Hauptsache es kommt heute 🙂

  9. Finde im Endeffekt wurde hier eine Halbgare Lösung zum teuren Preis veröffentlich, was die Chancen auf eine tolle Lösung verringert. LED Strips bei der jede LED einzeln ansteuerbar ist gibt es seit Jahren und kosten auch nicht viel. Hier dann für 200€ ein Strip anzubieten, bei dem man nur 7 Zonen ansteuern kann finde ich durchaus fragwürdig. Verzögerung hat das ganze ja auch noch, was man sicherlich nicht wirklich merkt wenn man auf den Film fokussiert ist, aber bei nem Preis von 170-230€ für den Strip und 250€ (glaube ich?) für die Sync Box sollte es das nicht geben.

    Dazu kann man das Ding ja nicht mal um einen kleineren Fernseher wickeln, so dass es nach allen 4 Seiten strahlt, weil man die Zonen in der App nicht positionieren kann.

    Früher war ich Bastler und hätte die RasPi Lösung genommen, jetzt bin ich froh wenn Dinge einfach funktionieren und würde lieber zur HUE Lösung greifen, die sich auch super in HomeKit integriert, aber so toll, dass ich den Preis dafür zahlen würde ist die HUE Lösung leider nicht.

    Find den Gradientstrip keineswegs schlecht, die Idee, dass das Ding von vorne herein im 45 grad Winkel strahlt mit Diffusor find ich super, Philips hat sich da schon Gedanken gemacht, aber finde das Resultat etwas ernüchternd. Wünsche aber natürlichen allen die sich das Ding kaufen viel Spaß mit dem Teil und vielen Dank für die ausführlichen Test.

  10. Weiß jemand einen ca. Termin für die Hue App Einbindung. Ich möchte die 7 Zonen gerne am TV ohne Ambilight nutzen und habe deshalb momentan 6 Hue Light Bars am TV Rücken, jedoch ist der Strip eleganter.

    Hoffe das mit der App Anbindung sowie die Zonen auch mit den Themen wechseln.

  11. Ich habe die 65″ Version mit meinem Oled auf Glas getetet und kann Mitbestimmtheit sagen das dieser Schlauch ca. 30cm zu kurz ist. Es fehlen auf beiden Seiten mindestens ca. 15 cm.

    Von der technischen Seite her macht der Schlauch das was er soll. Es ist eine super tolle Bereicherung zur alten „Einzellampen-Lösung“.

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